Geigenbau Marta Nahlik
Werkstatt oder Instrument

Instrumente

In meiner Arbeit liegt der Schwerpunkt auf der Fertigung von hochwertigen Streichinstrumenten nach historischen Vorbildern. Ziel ist stets ein stilistisch authentisches Instrument, das sowohl klanglich als auch spieltechnisch den Anforderungen der historisch informierten Aufführungspraxis gerecht wird.

Ich fertige Geigen, Bratschen, Violoncelli und Gamben nach meinem aktuellen Wissensstand und Verständnis für Klang und Stil.

Meine Arbeit gründet auf Recherchen, die das Fundament für das Verständnis von Bauweisen und Klangvorstellungen bilden. Dabei spielen historische Fertigungstechniken eine wesentliche Rolle, da sie Klang, Spielgefühl und Erscheinungsbild eines Instruments wesentlich prägen. Meine bisherigen Instrumente orientierten sich etwa an Modellen der Gebrüder Amati, Jakob Stainer, Giovanni Paolo Maggini und Gasparo da Salò.

Geigen

MagginiGeigen

Zwei Geigen nach Giovanni Paolo Maggini

Diese beiden, von außen identischen Geigen, basieren auf einem Modell von Giovanni Paolo Maggini (Brescia) aus dem frühen 17. Jahrhundert. Während eines der Instrumente mit einem herkömmlichen Bassbalken gebaut wurde, enthält die andere eine aus dem Deckenholz stehengelassene Mittelrippe. Damit beziehe ich mich auf eine heute weniger bekannte historische Bauweisen mit ganz eigenem klanglichen Charakter.

Stainer

Geige nach Jakob Stainer

Mit diesem Modell habe ich mich schon mehrfach beschäftigt. Besonders ist am Vorbild, dass der Hals original am Korpus erhalten ist. Das Modell ist eigen und bietet sowohl klanglich als auch spieltechnisch ein interessantes Gegenüber. Die auf den Fotos gezeigte Geige habe ich aus Birnenholz gebaut, das auch optisch eine kleine Besonderheit bildet.

Bratschen

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Tenorbratsche nach den Gebrüdern Amati

Diese Tenorbratsche bezieht sich auf ein Originalinstrument aus dem frühen 18. Jahrhundert der Gebrüder Amati, das heute im Schloss Pillnitz bei Dresden aufbewahrt wird. Mit einer Korpuslänge von 480 mm und einer Spielmensur von 417 mm ist sie ein enorm großes Instrument für die tiefen Mittelstimmen, dessen Stimmung sowohl auf C als auch auf F denkbar ist. Der Boden, die Zargen und der Hals sind aus Weidenholz gefertigt, was das Instrument trotz seiner Größe angenehm leicht macht und eine gute Spielbarkeit ermöglicht. Die Bestandteile wie Wirbel, Griffbrett und Saitenhalter bestehen aus Birnenholz; der Steg ist schwarz gefärbt.

Tenorbratsche

Tenorbratsche nach Gasparo da Salò

Diese Tenorbratsche, gebaut 2024, hat eine Korpuslänge von 448 mm. Sie orientiert sich an einem Originalinstrument von Gasparo da Salò, das im Ashmolean Museum in Oxford ausgestellt ist. Sie ist speziell für die historische Aufführungspraxis um 1600 - und entsprechend ohne metallumsponnenen Saiten - eingerichtet und auf einen hohen Stimmton von 465 Hz abgestimmt. Das Instrument eignet sich besonders für das Ensemblespiel im frühbarocken Repertoire.

Viole da Gamba

Jaye

Viola da Gamba nach Henry Jaye

An diesem Instrument bleiben für mich viele Fragen offen. Derzeit ist es als Altgambe für den Gebrauch im Consort auf G eingerichtet. Das Vorbild befindet sich zur siebensaitigen Bassgambe umgebaut in Paris. Für die Annäherung habe ich den mehrfach veränderten Hals verkürzt und das Instrument sechssaitig geplant.

Violoncelli

GofCello

Violoncello nach Matteo Goffriller

Dieses Cello orientiert sich an einem Modell von Matteo Goffriller, das heute in einem Musée de la musique Paris aufbewahrt wird. Die Arbeiten von Matteo Goffriller, insbesondere die Violoncelli, zeichnen eine ganz eigene Handschrift. In den großen Varianzen der Instrumente findet sich eine sehr bodenständige und handwerkliche Schönheit. Der große Korpus verleiht dem Instrument ein kraftvolles, resonanzreiches Klangvolumen.